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Senior Fragen

Pflegeratgeber

Erste Schritte bei drohender Pflegebedürftigkeit.

In Deutschland leben rund 3 Mio. pflegebedürftige Menschen. 70% davon werden zu Hause von Ihren Angehörigen versorgt. Um die Pflege naher Angehöriger zu organisieren und für alle Beteiligten möglichst belastungsarm zu gestalten ist rechtzeitiges agieren erforderlich. Idealerweise bereits vor Eintritt einer Pflegebedürftigkeit!

Ein Pflegefall droht – Was tun?

So regeln Sie Ihren Pflegefall Schritt für Schritt:

Erfassen Sie den Pflegebedarf.

  • Ermitteln Sie, soweit möglich, den Pflege- und Betreuungsbedarf Ihres Angehörigen
  • Prüfen Sie ob medizinische Pflege notwendig ist oder hauptsächlich Betreuung und Anleitung erfolgen soll.
  • Sprechen Sie mit dem Hausarzt und der Pflegekasse Ihres Angehörigen.
  • Beantragen Sie über die Pflegekasse eine Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherungen (bei gesetzlich Versicherten) oder Medicproof (bei privat Versicherten) zur Feststellung des Pflegegrades.
  • Besuchen Sie einen Pflegekurs oder beantragen Sie eine häusliche Schulung, idealerweise in der Häuslichkeit des Betroffenen. Beides sind Pflichtleistungen der Pflegekassen und für Sie kostenfrei!
  • Lassen Sie sich zu den umfangreichen Leistungen der Pflegekasse beraten.

Klären Sie, welche Form der Versorgung für Ihre Situation am besten geeignet ist.

  • Wo und wie soll Ihr Angehöriger versorgt werden?
  • Wird bei häuslicher Versorgung ein ambulanter Pflegedienst benötigt?
  • Wird ein Alltagsbegleiter für die Betreuung des zu Pflegenden und die Entlastung der Angehörigen benötigt?
  • Lassen sich Beruf und Pflege vereinbaren?
  • Ist die Versorgung in einem betreuten Wohnen oder einem Pflegeheim die bessere oder notwendige Alternative?

Legen Sie fest, wer welche Aufgaben übernimmt.

  • Bei der häuslichen Pflege ist eine klare Tagesstruktur erforderlich.
  • Wer kann am Morgen die Grundpflege und die Nahrungsversorgung übernehmen, wer kümmert sich tagsüber um den pflegebedürftigen Angehörigen, wer übernimmt die hauswirtschaftliche Versorgung, Einkäufe und Behördengänge.
  • Lassen Sie sich von (zugelassenen) Anbietern niedrigschwelliger Betreuungs- und Entlastungsleistungen Angebote unterbreiten. Viele der Leistungen übernimmt in diesem Fall die Pflegekasse.

Schaffen Sie die rechtlichen Voraussetzungen für die vollwertige Vertretung Ihres Familienangehörigen.

  • Oft sieht man sich mit der Situation konfrontiert, dass der zu pflegende Angehörige (z.B. Aufgrund von Demenz) keine eigenen Entscheidungen mehr treffen kann oder will.
  • Für die Verträge mit Pflegediensten, Pflegeheimen oder Tagespflegen und die Abrechnungen mit den Pflegekassen ist dann das Vorliegen einer entsprechenden Vollmacht zwingend erforderlich.
  • Andernfalls kann es zu einer gerichtlich angeordneten Betreuung, möglicherweise durch eine fremde Person kommen.

Mit unserer Gesundheits- und Pflegevollmacht sind Sie auf der sicheren Seite. Daher sollten Sie diese so früh wie möglich – am besten noch Heute – ausfüllen und bei Ihren wichtigen Unterlagen aufbewahren.

Stellen Sie die Finanzierung der Pflege sicher.

  • Die Pflege von Angehörigen kostet Geld! Pflegedienste, Alltagsbegleiter oder Pflegeheime müssen bezahlt werden, unter Umständen müssen Sie Ihre Arbeitszeit reduzieren.
  • Die gesetzliche Pflegeversicherung ist nur eine Teilleistungsversicherung und übernimmt nicht alle Kosten.
  • Lassen Sie sich frühzeitig von einem qualifizierten Pflegeberater zu den möglichen Leistungen beraten.
  • Private Vorsorge schadet nie. Rücklagen für einen möglichen Pflegefall oder eine private (geförderte) Pflegezusatzversicherung helfen bei der Finanzierung einer optimalen Pflege.

Informationen des Bundesministeriums für Gesundheit zur Pflege von Angehörigen zu Hause.

Informationen des Bundesministeriums für Gesundheit zur Pflege von Angehörigen im Heim.